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Datacenter-Abwärme für die Kultivierung von Mikroalgen nutzen

Ein Demonstrator zeigt, wie Photobioreaktoren Abwärme aus Rechenzentren nutzen können, um Mikroalgen effizient zu kultivieren.

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Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen an Strom – und nahezu die gesamte Energie wird letztlich in Wärme umgewandelt. Der Großteil dieser Wärme fällt jedoch bei relativ niedrigen Temperaturen (30–50 °C) an, wodurch sie sich nur eingeschränkt direkt für industrielle Prozesse oder Fernwärme nutzen lässt.


Wir begegnen dieser Herausforderung mit Photobioreaktoren – Systemen zur Kultivierung von Mikroalgen. Mikroalgen sind mikroskopisch kleine, photosynthetisch aktive Organismen, die mithilfe von Sonnenlicht, CO₂ und Wasser Biomasse produzieren. Diese Biomasse kann beispielsweise in Lebensmitteln, Futtermitteln oder Kosmetika eingesetzt werden. Viele Mikroalgenarten wachsen optimal bei 20–35 °C, wodurch Abwärme aus Rechenzentren eine ideale Energiequelle darstellt, um die Kulturen bei niedrigeren Außentemperaturen auf der richtigen Temperatur zu halten.


Gemeinsam mit Data4, einem französischen Rechenzentrumsbetreiber, entwickeln wir Systeme, die die Produktion von Mikroalgen direkt mit der Kühlinfrastruktur von Rechenzentren verbinden. Dieser Ansatz verwandelt ungenutzte Abwärme in eine wertvolle Ressource, schafft lokale Arbeitsplätze und unterstützt Betreiber dabei, wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen.


Unser Prototyp Spectra läuft seit Mai 2025 kontinuierlich auf dem Dach des Data4-Campus in Marcoussis (Frankreich). Obwohl Dächer einen geeigneten Teststandort darstellen, sind sie oft mit Kühlaggregaten und Lüftungsanlagen belegt und nur eingeschränkt zugänglich. Daher wollen wir künftig verstärkt Gebäudefassaden nutzen und bislang ungenutzte vertikale Flächen für die Algenproduktion erschließen.


Hier in Wien zeigen wir, wie diese Reaktoren künftig aussehen können. Unsere flachen, röhrenförmigen Photobioreaktor-Paneele lassen sich direkt an den Außenwänden von Rechenzentren montieren und durch das vertikale Verbinden mehrerer Paneele zu Modulen skalieren. Die Algenkultur kann auf Bodenniveau geerntet und weiterverarbeitet werden, ohne dass das Gebäude betreten werden muss.


Der nächste Schritt ist der Bau einer Pilotanlage mit 42 Paneelen, die mehr als 700 m² Fassadenfläche am Data4-Standort in Frankreich nutzt. Diese Anlage wird über eine Tonne Mikroalgenbiomasse pro Jahr produzieren und dabei fast 2 Tonnen CO2 binden und durchschnittlich etwa 200 kW Abwärme aus dem Rechenzentrum aufnehmen.


Langfristig ist geplant, Anlagen an 32 französischen Rechenzentren bis 2029 zu installieren und die Technologie bis 2035 auf 160 Rechenzentren in ganz Europa auszuweiten.

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